Noch heute gehen in Seiffen und anderen Erzgebirgsgemeinden an den Adventssonntagen Kurrendesänger mit Laterne und leuchtendem Stern von Haus zu Haus und wünschen mit Chorälen und festlichen Liedern den Bewohnern eine gesegnete Weihnachtszeit. "Curro" (currere) bedeutet soviel wie laufen und ist lateinischen Ursprungs. Die Kurrende war ein "laufender" Knabenchor, dem Kinder zwischen 10 und 14 Jahren angehören durften. Erst nach 1945 wurden auch Mädchen für diesen Kirchenchor ausgewählt. (Aus: "Die Seiffener Kurrende", Eichhorn, 1988). Die Kleidung der Sänger erhielt ihre heutige Form um 1535, mit dem Übergang des Seiffener Gebietes zum Protestantismus. Im Gegensatz zu den Ministranten des katholischen Priesters bestand die schwarze Kleidung der Kurrende aus dem einfachen Übergewand und einer runden Kopfbedeckung. Zu der vom Seiffener Max Schanz um 1935 geschaffenen "Urkurrende" gehörten fünf Kurrendaner mit einem Buch in beiden Händen, ein Sternträger, drei dünn gehaltene Satteldachhäuser, eins davon mit Dachreitertürmchen als Kirche sowie zwei Spanbäume. Möglicherweise bildeten auch die Dresdner Kruzianer das Vorbild für dieses reizvolle Seiffener Kurrendemotiv.